Verbrechen der Wehrmacht! Ansichtssache????

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No Mercy
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Typisch Bild-Zeitung

Beitrag von No Mercy »

Prinz Harry in NS-Uniform. Da sieht man wieder wie die Schulerziehung in England aussieht (Nach 1945 kommt da nicht mehr viel). Dazu gibt es aber auch einen Bericht in der Bild-Zeitung (Natürlich von geschichtlich unwissenden geschrieben bzw. einen auf reisserisch gemacht).

http://www.bild.t-online.de/BTO/news/20 ... iform.html

Nur einen Auszug aus der Bild-News (Der mich überhaupt veranlasste das hier zu posten):
Da blieben den Party-Gästen die Häppchen glatt im Halse stecken. „Was zum Teufel hat er sich dabei gedacht?“, schimpft einer von ihnen in der „Sun“. „Ein höheres Mitglied der Königsfamilie, das sich als Nazi verkleidet? Wenn er das als Scherz angesehen hat, ging das gründlich schief.“

Denn der Name des deutschen „Wüstenfuchses“ Erwin Rommel, der in seinem Größenwahn seine Panzer sogar in der Sahara auffahren ließ, weckt bei den Briten schlimmste Kriegs-Erinnerungen. Die sorgen bei vielen auch heute noch für heftige anti-deutsche Gefühle.
Interessant, Erwin Rommel hat in seinem Größenwahn Panzer nach Afrika geschickt. Solch einen Quark habe ich lange nicht mehr gelesen. Gerade der "Wüstenfuchs" wird bei den Engländern als besonderer Kriegsstratege und angesehener Gegner behandelt. Ihn als Grund für anti-deutsche Gefühle zu nehmen ist der Witz des Tages.

Das Prinz Harry in einer Uniform in Richtung Afrika-Korps auf dieser Party erschien, dürfte in die gleiche Kerbe schlagen. Man zieht bestimmt keine Uniform eines Gegners an, welcher man am liebsten totschlagen würde.


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WolfVox (GER)
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Beitrag von WolfVox (GER) »

Denn der Name des deutschen „Wüstenfuchses“ Erwin Rommel, der in seinem Größenwahn seine Panzer sogar in der Sahara auffahren ließ, weckt bei den Briten schlimmste Kriegs-Erinnerungen. Die sorgen bei vielen auch heute noch für heftige anti-deutsche Gefühle.
BITTE erklär mir mal jemand, was die von BLÖD da eigentlich "wieder" für einen Müll verbreiten ?

Größenwahn von ROMMEL ?
Wenn hier schon vom Thema Größenwahn geschrieben wird, was haben dann die Briten
(damals UND lange VOR den Deutschen) überhaupt im Libanon / Nordafrika verloren ?
Waren jene Länder Mitglieder des Britischen Empires, oder doch nur möchte-gern-Kolonie(n)
für eine wirtschaftliche / politische Vorherrschaft der Briten "AUCH" in jenem Teil der Welt ?


Und ...seit wann liegt bitte die Sahara MITTEN in Großbritannien ?
...und welche schlimmen Kriegserinnerungen sind deshalb für jene Engländer / Briten damit verbunden ?

--

Mein Gott - das ist ja schon wieder so ein wie-üblicher Hirnverbrannter Geschichts-Beitrag der BLÖD-Zeitung,
der könnte glatt als History a la Spiegel, oder sogar "knapp" als Knopp`sche-Selbstkasteiung glaubhaft wirken.



Geschichtsklitterung / -Verdummung, wie sie perfekter nicht wirken kann in der deutschen Gegenwart.
Bei solch einem ständig sich wiederholenden Schwachfug in den Medien, hilft wohl nur noch eines... Bild




P.S. Harry mach ruhig weiter so - zeig deinen Landsleute (und auch manch
Deutschem) was sich "wirklich" hinter deren Hohlraumversiegelung abspielt.

Bei uns hättest du dir für den Auftritt / Anzug wohl sicher mehrere Jahre Knast / eine hohe Geldstrafe eingehandelt.
Gesetz dem Fall dir wäre es lebendig möglich, durch die Reihen unserer stets freundlichen "Gut-Deutschen" zu kommen.

Bei euch ist bzw. war dies aber eh "NUR" der Ausdruck eures schwarzer Humors - ich fand die Idee einfach geni(t)al 8)
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... aber nicht alle Leute alle Zeit zum Narren halten"
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Gruß
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Beitrag von Moffen »

Man kann respekt vor einer Person haben und sie trotzdem hassen. Schließlich war Rommel der Befehlshaber und somit verantwortlich für ca. 35.500 toten britischen Soldaten und sei es noch so taktisch klug gewesen. Tot ist tot.

Insgesamt ungefähr 80.000 Tote...... Fuck Rommel!
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No Mercy
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Beitrag von No Mercy »

Insgesamt ungefähr 80.000 Tote...... Fuck Rommel!
Tolle Ausdrucksweise. Deiner Logik nach müsste man Montgomery ein Heldendenkmal setzen.

Ausserdem dürften die italienischen Streitkräfte + Befehlshaber auch arme Opfer von Rommel sein. Das auch Rommel mit seinen Panzern in Afrika landen musste ... nene.


Abgesehen von den nachgelesenen Toten scheint es ein paar Geschichtslücken zu geben. Rommel war und ist national + international als Soldat hoch angesehen (Berichte der Bild-Zeitung & Co. sind eh kaum der Rede wert).
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Beitrag von Moffen »

Fuck Montgomery. Fick jeden Berufssoldaten.
Jedes weitere Wort über Berufsmörder ist Verschwendung.

Na dann lass es 50.000 Tote sein. Lass zwölf sein. Es sind jeweils 50.000 und zwölf zu viel.

Bush ist unter amerikanischen neokonserativen hochangesehen, muß ich es ihnen gleichtun...?
NEIN!
Göbbels ist national wie international unter Faschos hoch angesehen, muß ich es ihnen deshalb gleichtun...?
NEIN!
Soll ich jetzt Rommel hochansehen?
NEIN!

Sicher habe ich Geschichtslücken. Aber ich habe aus einen kleinen Ausschnitt Geschichte gelernt und dazu brauchte ich weder Staat noch Medien.

Lassen wir doch den von mir verachteten Herman Göring dazu sprechen. Die Rede kennst du bestimmt..

"Natürlich wollen die einfachen Menschen keinen Krieg [...] aber schließlich sind es die Führer eines Landes, die die Politik bestimmen, und es ist immer einfach, die Leute mitzureißen, ob nun in einer Demokratie, einer faschistischen Diktatur, einem Parlament oder einer kommunistischen Diktatur [...] Alles, was man tun muss, ist ihnen zu sagen, sie würden angegriffen, und den Pazifisten vorzuwerfen, dass es ihnen an Patriotismus mangele und sie das Land großer Gefahr aussetzten. Das funktioniert in jedem Land so."

Es mangelt mir so unglaublich viel an Patriotismus.
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Bazillus
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Beitrag von Bazillus »

...muss eben jeder selber wissen was für einen gut oder schlecht ist.
in diesem sinne ....
Bild

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No Mercy
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Beitrag von No Mercy »

Bush ist unter amerikanischen neokonserativen hochangesehen, muß ich es ihnen gleichtun...?
NEIN!
Göbbels ist national wie international unter Faschos hoch angesehen, muß ich es ihnen deshalb gleichtun...?
NEIN!
Soll ich jetzt Rommel hochansehen?
NEIN!
Da wirfst Du Äpfel mit Birnen zusammen. Bush + Göbbels waren/sind Politiker, Rommel war Soldat (Da hätte nach deiner Logik als 3. jeder Name stehen können).

Wenn man die Geschichte um Rommel etwas besser kennt, versteht man eher was ihn ausgemacht hat (In einem Atemzug mit Bush oder Göbbels genannt zu werden hat dieser Mann in jedem Fall nicht verdient).
Die Rede kennst du bestimmt..
Eher weniger (Irgendwo mal gelesen). Wie kommst Du darauf, daß ich diese bestimmt kennen würde? So einfach wie in der Rede beschrieben ist es zumindest hier in Deutschland nicht mehr. Die Politik wird heute -genauso wie in der Vergangenheit- von den Politikern gemacht. Sollten diese, aus welchem Grund auch immer, einen Krieg verursachen ... hat man nur noch 2 Möglichkeiten: 1. Man bleibt im Land und trägt den Krieg mehr oder weniger mit (Ob Angriffs- oder Verteidigungskrieg sei mal dahingestellt), oder man wandert aus. Alles andere ist Utopie.
Es mangelt mir so unglaublich viel an Patriotismus.
Schön für Dich ... jedem seine Meinung. Ein Umstand den man sich heute aufgrund eines Umstandes in den westl. Nationen leisten kann. Atomwaffen und ihre Abschreckung (Da greift man nicht mehr kurz mal den anderen an).


Zusätzlich noch einen anderen Beitrag über einen Konflikt denen es garantiert auch an Patriotismus gemangelt hat.

http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/re ... ronik.html

Da hätte man bestimmt auch was mit Lichterketten erreichen können.
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Sowjetischer Wirtschaftskrieg im Zweiten Weltkrieg

Beitrag von WolfVox (GER) »

Kommen wir doch wieder zur eigentlichen Thread-Überschrift zurück,
da wir uns sonst viel zu stark vom ursprünglichen Thema entfernen
und dieses mMn nicht so UN-wichtig ist dass man es "verwässert".

Eine zusätzliche Bitte dazu hätte ich auch noch:
Macht bei einer deutlichen Abweichung von diesem "Verbrechen der Wehrmacht!..."-Thread
zukünftig besser gleich einen eigenen und passenderen als diesen hier dazu auf - danke vorab 8)


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(Im Sinne des Thread-Titels gehts hier nun weiter)

Vor ein paar Tagen hab ich die nachfolgende Frage in einem Forum gefunden, bei
dem Informationen über: "Stalins verbrannte Erde Herbst 1941" gesucht wurden.

Dies war die sehr ausführliche und interessante Antwort eines anderen Foren-Mitglieds darauf:

=> Zitat:
Sowjetischer Wirtschaftskrieg im Zweiten Weltkrieg
Wilhelm Niederreiter

Die von der Sowjetunion von 1940 bis 1943 durchgeführten Maßnahmen, um die eigenen Kriegsanstrengungen zu fördern und den deutschen Gegner, auch unter Inkaufnahme verheerender Auswirkungen auf die eigene Zivilbevölkerung, in jeder Hinsicht zu schädigen, gehören zu den am wenigsten bekannten Aspekten des letzten Weltkriegs. Die sowjetische Strategie der »verbrannten Erde« schloß die Verschleppung von vielen Millionen Männern, Frauen und Kindern, die Umsiedlung und Verlagerung von Tausenden von Betrieben rüstungs und konsumwirtschaftlicher Art, die Mitnahme fast des gesamten rollenden Materials der sowjetischen Eisenbahn, den beinahe totalen Abbau aller Rohstofflager, den Abtransport des größten Teils der landwirtschaftlichen Maschinen, des Viehs und der Getreidevorräte, die systematische Zerstörung, Inbrandsetzung und Sprengung der nicht transportfähigen Infrastruktur, Vorräte aller Art, Fabrikhallen, Bergbauschächte, Wohnungen, öffentlichen Gebäude und sogar Kulturdenkmäler sowie ein absichtliches Aushungern der zurückgebliebenen Zivilbevölkerung ein.


In bezug auf Zeitpunkt und Ausmaß der von den Sowjets evakuierten Zivilbevölkerung stellte im Jahre 1946 der im Auftrag des Völkerbundes schreibende amerikanische Professor Dr. Frank Lorimer von der Princeton Universität fest:

»Als die Deutschen die Grenze überschritten, wurden die Pläne für einen schnellen Abtransport von Menschen und Maschinen sofort in die Tat umgesetzt. In der Tat scheint die Massenevakuierung der Zivilbevölkerung in den annektierten Gebieten, die an die deutsche Machtzone grenzten [also Ostpolen, Baltikum, Bukowina, Bessarabien] mindestens etliche Tage vor dem 22. Juni 1941 in Gang gesetzt worden zu sein. Meistens wurde die Evakuierung mittels Eisenbahn vorgenommen. Ganze Fabriken wurden demontiert und im Innern wieder aufgebaut; ein großer Teil der landwirtschaftlichen Maschinen und viel Vieh wurde fortgeschafft.«[1]

Nach Aussagen des sowjetischen Hofhistorikers, Prof. Boris Semjonowitsch Telpuchowski vom Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der KPdSU in Moskau, wurde der Eisenbahnverkehr sofort auf einen für den Kriegsfall ausgearbeiteten Plan der Zugbewegung umgestellt. In den ersten Kriegsmonaten sollen etwa eine Million Waggons mit Industrieeinrichtungen, Materialvorräten und Menschen aus den gefährdeten frontnahen Gebieten abgefahren sein[2]. Deutscherseits wurde der Bestand der sowjetischen Personen- und Güterwagen auf jeweils 36.000 bzw. 850.000 bei Kriegsausbruch geschätzt. Ende 1941 waren schon über 40% der Gesamtlänge der sowjetischen Eisenbahnstrecken in deutscher Hand, aber das rollende Material konnte von den Sowjets größtenteils entfernt werden: Ende 1941 hatten die deutschen Truppen nur 1.100 Personenwagen und 43.300 Güterwagen (inkl. Kessel-, Kühl- und Packwagen) erbeutet[3] - beinahe die Hälfte davon schon in den ersten vier Wochen.

Die Zahl der evakuierten Zivilbevölkerung dürfte insgesamt etwa 15 Millionen betragen haben. Der Großteil wurde schon im Jahre 1941 nach Osten befördert. Wenn man davon ausgeht, daß 80% dieser 15 Millionen Menschen schon in den ersten Kriegsmonaten evakuiert wurden und man nur 30 Personen pro Waggon rechnet - bei der Deportation der geflüchteten jüdischen Bevölkerung aus Ostpolen nach Sibirien im Frühjahr 1940 pferchten die Sowjets 70 bis 80 Personen in einen Waggon[4] - , wären nur 40% der von Telpuchowski zitierten einen Million Wagen für die Evakuierung der Zivilbevölkerung notwendig gewesen; die restlichen etwa 600.000 Wagen sind also für Maschinen- und Materialvorräte-Abtransport verfügbar gewesen! Außerdem spricht Telpuchowski nur von den »ersten« Kriegsmonaten; würde man alle sechs Monate von Juni bis Ende 1941 zugrunde legen, müssen also weit mehr als eine Million Wagen im ersten Halbjahr abgefahren sein.

Telpuchowski beschreibt die sowjetischen Maßnahmen wie folgt:

»Die Evakuierung der Industriebetriebe erfolgte nach einem einheitlichen volkswirtschaftlichen Mobilisierungsplan. Der Plan bestimmte die Standorte, wohin die Betriebe verlagert werden sollten, und die Reihenfolge des Abtransports der Einrichtungen. Dabei wurde der Zusammenhang zwischen den einzelnen Fabriken und Werken und deren Abhängigkeit voneinander mitberücksichtigt. ... Hunderte von Industrieunternehmen wurden in die Ostgebiete der UdSSR verlegt. So wurden in den zum Arsenal der Sowjetarmee verwandelten Ural 455 Betriebe evakuiert. Allein während dreier Monate des Jahres 1941 wurden mehr als 1.360 Großbetriebe verlegt. Das bewegliche Gut von Tausenden von Kolchosen und Sowchosen wurde in das Landesinnere geschafft. ... Durch die erfolgreiche Verlagerung und Wiederingangsetzung der Betriebe blieb der Grundstock der materiellen Ausstattung in großem Ausmaß erhalten. ... die rückläufige Tendenz der Produktion [war] bereits im Dezember 1941 zum Stehen gebracht worden.[5]

Auch aus den zugänglichen Uberresten der Geheimakten des früheren deutschen Wirtschaftsstabes Ost geht klar hervor, daß es den Sowjets in der Tat gelang, im Zuge eines detaillierten Evakuierungsplanes einen großen Teil der Produktionsmittel zu evakuieren oder zumindest für die Deutschen unbrauchbar zu machen. In dem 3. Vierzehntagesbericht des Wirtschaftsstabes Ost vom 30. August 1941 lesen wir folgendes in dieser Beziehung:

»Die russische und jüdische Oberschicht ist mit der Roten Armee abgezogen. Die führenden Ukrainer sind teils verschleppt, teils, soweit sie leitende Stellungen in Verwaltung und Wirtschaft innehatten, gezwungen worden, sich ostwärts des Dnjepr zu begeben. Das gleiche Schicksal traf auf dem Lande zahlreiche Traktorführer und andere Spezialisten. Im Juni sind zahlreiche Männer einberufen und in Garnisonen ins Landesinnere der UdSSR verschickt worden...«

»Infolge dieser Entwicklung fehlt es in Verwaltung, Industrie und Landwirtschaft der Ukraine durchweg an zur Leitung geeigneten Persönlichkeiten...«

»Größere wirtschaftliche Schäden entstehen durch die vor dem Abzug der Roten Armee durchgeführten planmäßigen Räumungs- und Vernichtungsaktionen. Diese haben nach den bisherigen Feststellungen von Westen nach Osten zugenommen. Sie erstrecken sich in der Stadt auf die Warenhäuser und Geschäfte sowie teilweise auch auf die Wohnhäuser und deren Einrichtungen, auf dem Lande auf den Maschinenbestand, die Getreidevorräte und auf die in den Naftabasen bei den Sowchosen und Kolchosen vorhandenen Treibstoffvorräte...«

»Die Räumungsaktion setzt gewöhnlich etwa 8-10 Tage vor dem Abzug der Roten Armee ein. Die für den Betrieb wichtigen Maschinen, hauptsächlich Elektromotoren, werden ausgebaut und in guter Verpackung nach dem Osten der UdSSR verladen. An Versandaufschriften wurden in der Ukraine bisher durchweg Orte festgestellt, die im Ural-Industriegebiet liegen, und zwar im Raum Swerdlowsk - Molotow (Perm) - Ufa Tschkalow (Orenburg) - Magnitogorsk. Es hat den Anschein, als ob dort bereits Vorkehrungen für die Wiederverwendung der in der Ukraine ausgebauten Maschinen getroffen seien...«

»Die Vernichtungsaktion setzt gewöhnlich 24 Stunden vor dem Abzug der Sowjet-Truppen ein. Sie ist von langer Hand vorbereitet und erstreckt sich auf die Inbrandsetzung der gewerblichen Betriebe, auf die Sprengung wichtiger Maschinenanlagen sowie anscheinend auch auf die Preisgabe von Vorräten (Inhalt der Läden in der Stadt, Getreidevorräte auf dem Land) zur Plünderung durch die Bevölkerung. An verschiedenen Stellen (z. B. Großkraftwerk Dnjepro-Ges und dem Aluminium-Kombinat in Saporoshje sowie der Eisenhütten-Industrie in Dnjepropetrowsk) hat der dort geleistete militärische Widerstand offensichtlich den Zweck, die Zerstörungen noch intakt gebliebener, wichtiger gewerblicher Anlagen zu ermöglichen.«[6]

Der Halbmonatsbericht vom 8. Dezember 1941 lautete ganz ähnlich:

»Nach Aussagen der Einwohnerschaft begann die systematische Räumung der wichtigsten Industriewerke bereits im August und wurde in großem Umfange durchgeführt. Die Facharbeiter und ihre Familien wurden gezwungen, sich ebenfalls evakuieren zu lassen. Die Charkower Industrie ist anscheinend überwiegend im Gebiet von Tscheljabinsk (Westsibirien) behelfsmäßig wiederaufgebaut worden. Nach Einwohneraussagen sind von dort Briefe gekommen, die dabei von trostlosen Zuständen, Wohnungslosigkeit und Hunger berichten. Auch durch Beobachtungen an anderen Stellen verstärkt sich der Eindruck, daß dem Abmontieren und Fortschaffen der Maschinen ein ausgearbeiteter Räumungsplan zu Grunde lag, mit dem Ziel, wichtige Engpaßmaschinen in weniger gefährdete Gebiete zu bergen, um in vorher bestimmten Ausweichbetrieben die Rüstungsproduktion wieder anlaufen zu lassen. So sind von den Sowjets nicht nur Maschinen ausgebaut und abtransportiert, sondern es sind auch Lehren, Vorrichtungen und Werkzeuge mitgeführt worden.«[7]

Ergänzend dazu sei nochmals Telpuchowski zitiert, der, auf »die Evakuierung von Millionen der Bevölkerung« eingehend, schreibt:

»Ein ernstes Problem bildete die Unterbringung der Millionenmassen, die aus den vom Feind besetzten und aus den frontnahen Gebieten evakuiert worden waren, in den Gebieten des Hinterlandes,« wo »die elementarsten Wohnbedingungen fehlten, man lebte in Zelten und Erdhütten. Die Ernährung war dürftig.«[8]

Wie man sieht, bestehen zwischen Telpuchowskis Darstellung der sowjetischen Maßnahmen und der in den Geheimberichten des Wirtschaftsstabes Ost in bezug auf Evakuierung von Menschen und Material und den trostlosen Zuständen in den sowjetischen Ausweichgebieten keine großen Unterschiede - mit der Ausnahme, daß Telpuchowski die rabiate sowjetische Taktik der »verbrannten Erde« auch gegenüber den zum Überleben der zurückgelassenen Zivilbevölkerung notwendigen Einrichtungen und Vorräten nicht der Erwähnung wert findet.

Das Bild, das sich der einrückenden deutschen Truppe bot, war in der Tat trostlos. Vom Eisenbahnsystem existierte nur noch das Schienennetz, das rollende Material war jedoch fast ganz verschwunden. Wasser- und Kraftwerke waren zum größten Teil zerstört. Von der ursprünglich installierten Energieleistung von 2.570.000 KW in den »besetzten Ostgebieten« wurden nicht einmal 12% (300.000 KW) betriebsfähig vorgefunden. So gründlich waren die sowjetischen Evakuierungs- und Zerstörungsarbeiten, daß bis Ende März 1943 lediglich eine Leistung von 630.000 KW verfügbar war. Dabei zeigten sich durchaus regionale Unterschiede. Während von der ursprünglichen Leistung im Gebiet des RK Ostland von 270.00 KW noch die Hälfte betriebsfähig vorgefunden wurde und bis Ende März 1943 wieder zu 90 % instandgesetzt werden konnte, waren die Sowjets im Gebiet des RK Ukraine, wo von den achtmal größeren Elektrizitätsanlagen von 2.200.000 KW nicht einmal 7% (145.000 KW) betriebsklar waren, weitaus erfolgreicher. Für die Gründlichkeit der Bolschewisten spricht die Tatsache, daß bis Ende März 1943 nur 350.000 KW wieder zur Verfügung standen[9].

Berücksichtigt man, daß die genannten Zahlen nur verfügbare Kapazitäten darstellen, die auf Grund wachsender Partisanentätigkeit und fast totalen Kohlemangels selten voll genutzt werden konnten und nicht unbeträchtliche Teile der zusammengeschrumpften Stromerzeugung vom deutschen Militär beansprucht oder der Zivilbevölkerung zur Verfügung gestellt werden mußte, wurde der Industrieproduktion offensichtlich ein vernichtender Schlag versetzt. Die Stromerzeugung betrug vor dem Krieg in den »besetzten Ostgebieten« rd. 10 Mrd. KWh jährlich. Vom Zeitpunkt der Besetzung bis Ende 1942 konnte der Wi Ost nur eine Erzeugung von 0,75 Mrd. KWh registrieren, und die für das Jahr 1943 vorgesehene Erhöhung auf 1,4 Mrd. KWh konnte nur zu knapp 70%, d.h. 1 Mrd. KWh, erreicht werden[10]. Die Grundlagen der Industrie - Kohle, Eisenerz, Rohstahl, Strom, Zement - waren so gründlich von den Sowjets vernichtet worden, daß nicht einmal die Minimumbedürfnisse der zurückgebliebenen Zivilbevölkerung gewährleistet waren. Im Vergleich zur Vorkriegsproduktion erreichte die Steinkohleförderung unter deutscher Verwaltung nur 2,4%, bei Eisenerzen 0,1%, bei Rohstahl fast nichts, bei Strom 8,8 % und bei Zement nur 11,8%[11]!

Den Zusammenbruch der Wirtschaft veranschaulichen weiterhin die Zahlen über die in den »besetzten Ostgebieten« Ende 1942 in der gewerblichen Wirtschaft (ohne Nahrungsmittelindustrie) Beschäftigten, die auf 750.000 veranschlagt wurden. In den reinen Industriebetrieben betrug die Zahl der Beschäftigten Ende 1942 ca. 600.000.

Auffallend ist, daß die baltischen Länder, die vor Kriegsausbruch nur etwa 8% der Gesamtbevölkerung der nachmaligen »besetzten Ostgebiete« zählten, unter deutscher Verwaltung trotzdem fast ein Viertel der in der gewerblichen Wirtschaft Beschäftigten stellten. Die relativ kurze Zeit der Besetzung der baltischen Länder durch die Sowjets vor Kriegsanfang (22. Juni 1941) hatte es Moskau offensichtlich nicht erlaubt, einen gründlichen Evakuierungsplan für diese Länder fertigzustellen.

So radikal waren die bolschewistischen Verschleppungsmaßnahmen, daß sogar für diese absolut und relativ geringe Anzahl der Beschäftigten in der gewerblichen Wirtschaft nicht genügend Führungskräfte aus den »besetzten Ostgebieten« rekrutiert werden konnten und 10.000 reichsdeutsche Kräfte zusätzlich eingesetzt werden mußten. Mit anderen Worten, in einem Gebiet, das vor dem Krieg über 70 Millionen Einwohner hatte - von denen wiederum nicht sehr viel mehr als die Hälfte in der Landwirtschaft tätig waren - und das nach der Besetzung nur noch 50 Millionen beherbergte, gelang es der deutschen Besatzungsmacht nicht, trotz eines erheblichen Einsatzes deutscher ziviler Kräfte und eines beträchtlichen reichsdeutschen Sachkapitals mehr als eine dreiviertel Million Menschen in der gewerblichen Wirtschaft (ohne Nahrungsmittelindustrie) zu beschäftigen.

Nach Telpuchowski wurden in den von den Deutschen bis zum November 1941 besetzten sowjetischen Gebieten 63 % der Kohle gefördert und 68 % des Roheisens, 58 % des Stahls und 60 % des Aluminiums erzeugt, 38 % des Getreides und 84 % des Zuckers produziert[13]. Die Akten des Wi Ost geben im wesentlichen identische Ziffern an. Wie es sich aber herausstellte, haben es die Sowjets verstanden, in den geräumten Gebieten durch skrupellose Demontage, Sprengungen, Feuer und Sabotage fast die gesamte gewerbliche Wirtschaft vor ihrem Abzug für die deutsche Besatzungsmacht unbrauchbar zu machen.




Anmerkungen

# Lorimer, Frank, The Population of the Soviet Union: History and Prospects, League of Nations, Genf 1946, S. 195/197
# Telpuchowski, Boris Semjonowitsch, Die sowjetische Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges 1941 - 1945, Frankfurt am Main 1961, S. 81, 84
# Reichswirtschaftsministerium, Die UdSSR Anfang 1942, (Datum unbekannt), Bundesarchiv Koblenz, Bestand R 24/817
# Treatment of Jews by the Soviets, 17th Interim Renort of Hearings before the Select Committee on Communist Aggression, House of Representatives, 83rd Congress, New York 1954, S.40-61
# Telpuchowski, Die sowjetische Geschichte, S. 81-83, 86
# Wirtschaftsstab Ost, Vierzehntagesbericht Wi Stab Ost (3. 8.-16. 8. 1941) vom 30. 8. 1941, Militärarchiv Freiburg, Bestand RW 31/11
# -, Halbmonatsbericht Wi Stab Ost (1.-15. 11. 1941) vom 8. 12. 1941, Militärarchiv Freiburg, Bestand RW 31/68
# Telpuchowski, Die sowjetische Geschichte, S. 82, 88
# Wirtschaftsstab Ost, Chefgruppe W, Wirtschaftsgrößenordnungen für die besetzten Ostgebiete, 9. 3. 1943, Militärarchiv Freiburg, Bestand RW 31/260
# Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, Bericht über die Tätigkeit der Chefgruppe Wirtschaft im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, 20. 11. 1944, S. 7, Militärarchiv Freiburg, Bestand RW 31/260
# Bericht über die Tätigkeit der Chefgruppe Wirtschaft im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete vom 20. 11. 44 von KVR Krüger im Wirtschaftsstab Ost, Berlin, Militärarchiv Freiburg, Bestand RW 31/260 - Wirtschaftsgrößenordnungen für die besetzten Ostgebiete vom 9. 3. 1943, Chefgruppe W im Wirtschaftsstab 0st, Berlin, Militärarchiv Freiburg, Bestand RW 31/260
# Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, Bericht über die Tätigkeit der Chefgruppe Wirtschaft im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, 20. 11. 1944, S. 4, Militärarchiv Freiburg, Bestand RW 31/260
# Telpuchowski, Boris Semjonowitsch. Die sowjetische Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges 1941-1945, Frankfurt am Main 1961, S. 78

Quelle: Deutschland in Geschichte und Gegenwart 29(1) (1981), S. 18-21
=> Zitat Ende.


***************************************************************


Auf eine Markierung der wirklich erstaunlichen Informationen in diesem Text habe ich absichtlich verzichtet, da ich Jedem
am Thema interessierten zutraue, dass diese auch ohne meine Mithilfe auffallen ...oder zumindest leicht erkennbar sind :wink:



* Nachtrag *
Wobei die hier erwähnten Fakten (MIT den angeführten Quellen) in dieser Ausstellung
=> Verbrechen der Wehrmacht - Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941 - 1944
ebenfalls dem daran interessierten Publikum zu zeigen, wohl auch kein Fehler sein kann.

So ges(ch)ehen, wäre zumindest die andere Seite der Medaille auch
mit ihrem Einfluss auf die Gesamt-Ereignisse einmal erwähnt worden.




* Auf jeden Fall lesenswert, diese Handreichung für die Besucher der Ausstellung *
=> Fragen und kritische Anmerkungen zur Ausstellung: "Verbrechen der Wehrmacht (...)"
"Man kann alle Leute einige Zeit und einige Leute alle Zeit,
... aber nicht alle Leute alle Zeit zum Narren halten"
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Gruß
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Die Wehrmacht-Untersuchungsstelle

Beitrag von WolfVox (GER) »

Mein ganz persönlicher Buch-Tipp zum (Thread-)Thema: "Die Wehrmacht-Untersuchungsstelle", von Alfred M. de Zaya.

Zu finden u.a. bei Amazon => http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3 ... 60-0920014
...und dort schon für einen (Kauf-)Preis, der i.d.R. weniger als eine Schachtel Zigaretten beträgt. Für manch Nichtraucher aber wohl auch interessant 8)



Richtige und falsche Urteile
von Alfred M. de Zayas

In den letzten sechzig Jahren haben die amerikanische und die deutsche Geschichtsschreibung etliche Darstellungen über die Wehrmacht und über
den Zweiten Weltkrieg produziert. Während manche Themen immer wieder behandelt werden und wissenschaftlich kaum ergiebig sind, bleiben
mehrere Komplexe unerforscht. Eine perspektivlose Geschichtsbetrachtung ist entstanden, die nur durch gründliche und allumfassende Forschung
und Lehre korrigiert werden kann. Wolfgang Venohr gehörte zu jenen deutschen Historikern, die in Büchern und Fernsehfilmen eine zusammenhängende
und wahrheitsnähere Geschichtsbetrachtung anstrebten.

Die Akten der Wehrmachtrechtsabteilung und insbesondere die 226 Aktenbände der Wehrmacht-Untersuchungsstelle für Verletzungen des Völkerrechts
sind seit dreißig Jahren jedem Historiker zugänglich. Jedoch haben die deutschen Historiker anscheinend bewußt vermieden, bestimmte Fragen zu stellen
und bestimmte Untersuchungen durchzuführen. Dies ist um so bedauerlicher, als viele Wissensträger inzwischen verstorben sind.

Als amerikanischer Jurist und Historiker habe ich mich an diese wichtige und legitime Thematik gewagt, nicht ohne gewisse Sorge, denn bereits als
Fulbright-Stipendiat in Deutschland habe ich die herkömmlichen Denk- und Forschungsverbote gespürt. Ich habe dieses Wagnis vielleicht wegen
meines amerikanischen Passes besser als jeder deutsche Kollege überstanden.
Jedenfalls durfte ich als erster Forscher die Akten der Wehrmacht-Untersuchungsstelle auswerten.

Im Hinblick darauf, daß Zeitgeschichte nicht nur die Erforschung und Auswertung von Dokumenten, sondern auch die Befragung von Zeitzeugen
erfordert, habe ich etwa 150 Heeres-, Marine- und Luftwaffenrichter über die Verfahrensweise der Wehrmacht-Untersuchungsstelle befragt sowie
auch über die Praxis der Kriegsrichter in der Ahndung von Kriegsverbrechen durch Mitglieder der eigenen Truppe, vor allem in Fällen
von Plünderung und Vergewaltigung. Meine Untersuchung erstreckte sich über alle Kriegsschauplätze, vor allem aber im Ostfeldzug.

Neben der Befragung von Kriegsrichtern habe ich etwa zweihundert Zeitzeugen und Opfer befragt, deren Namen in den Wehrmachtsakten vorkommen.
Durch den Vergleich der Dokumente und Aussagen sowie auch durch die Auswertung von einschlägigen Akten in amerikanischen, britischen, französischen
und schweizerischen Archiven konnte ich feststellen, daß die Wehrmacht-Gerichtsbarkeit zum Schutze der Zivilbevölkerung in besetzten Gebieten in
justizkonformer Weise funktionierte und daß die kriegsgerichtlichen Ermittlungen über alliierte Völkerrechtsverletzungen im Zweiten Weltkrieg durchaus
ernstzunehmen waren, das heißt sie sind von Amtswegen durchgeführt worden und nicht zu Propaganda-Zwecken fabriziert.
Die Ergebnisse meiner Forschung wurden 1979 in Buchform veröffentlicht, und daraufhin wurden zusammen mit Wolfgang Venohr und Michael
Vogt zwei Dokumentarfilme im Auftrag des WDR durch Lübbe-TV gedreht, die dann am 18. und am 21. März 1983 mit hohen Einschaltquoten
ausgestrahlt wurden.


Venohr meinte, daß die Akten der Wehrmacht-Untersuchungsstelle für Verletzungen des Völkerrechts "den bedeutendsten Aktenfund nach den Nürnberger
Prozessen" darstellen. Darum erwarteten wir, daß die amerikanischen, britischen, französischen, polnischen und russischen Historiker sich mit den
aufgeworfenen Fragen auseinandersetzen würden. Dies geschah aber nicht. Kaum waren die Filme gelaufen, verschwand die Diskussion wieder.

Trotz der guten Rezensionen wie in der Historischen Zeitschrift, in der Zeit und im Spiegel, wurde die Thematik von der Wissenschaft wieder vergessen.
Ich habe mich wiederholt im Bundesarchiv-Militärarchiv erkundigt, ob die Akten der Wehrmacht-Untersuchungsstelle von anderen Historikern nun regelmäßig
konsultiert wurden. Zu meinem Erstaunen erfuhr ich, daß außer Franz Seidler so gut wie kein Forscher die Akten wieder benützt habe.

Somit ist eine große Herausforderung an die Historikerzunft gewachsen. Es gilt, nicht nur die unterschiedlichen Aspekte dieser Akten auszuwerten, sondern
auch und vor allem die Konsequenzen für das Bild der Wehrmacht und der Wehrmachtrichter zu definieren.


Im Internationalen Militärtribunal in Nürnberg 1945-46, in den zwölf amerikanischen Nürnberger Nachfolgeprozessen 1946-48 sowie auch in vielen Verhandlungen
danach herrschte noch ein verhältnismäßig objektives Bild der Wehrmachtrichter und der Wehrmachtgerichtsbarkeit. Wäre im Jahre 1945 oder 1950 oder
gar 1960 die Frage gestellt worden, ob die unbegründete Erschießung von Zivilisten im besetzten Gebieten von der Wehrmachtgerichtsbarkeit geduldet
worden sei, so wäre die Antwort negativ ausgefallen. Es lebten noch viele ehemalige Heeres-, Marine- und Luftwaffenrichter, die für die Manneszucht
der Truppe gesorgt hatten und deshalb eine große Anzahl deutscher Soldaten wegen Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung in besetzten Gebieten
verurteilt hatten. Es lebten die wegen Plünderung, Vergewaltigung oder Mord verurteilten Soldaten.

Auf allen Kriegsschauplätzen, in Frankreich, Griechenland, Italien, Norwegen und in der Sowjetunion sind Plünderung, Vergewaltigung und Morde
an Zivilisten geahndet worden.

Erst nach einigen politischen Kampfschriften der siebziger Jahre haben sich gewisse Pauschalisierungen über die Wehrmachtsoldaten und über die
Wehrmachtgerichtsbarkeit allmählich verbreitet. Bei vielen Journalisten - sogar auch bei manchen Juristen und Historikern - ist eine Karikaturvorstellung
der Wehrmacht entstanden, wonach Wehrmachtrichter nur Nazijustiz betrieben und Wehrmachtsoldaten Freibrief hatten, Verbrechen an Nichtdeutschen
zu begehen. Diese Vorstellung hat auch die Reemtsma-Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht" vermittelt. Es ist bezeichnend, daß weder in der ersten
noch in der zweiten Ausstellung eine Auswertung und Bewertung der Akten der Wehrmacht-Untersuchungsstelle für Verletzungen des Völkerrechts
vorgenommen wurde und daß Beispiele der Wehrmachtgerichtsbarkeit zum Schutze der Zivilbevölkerung in besetzten Gebieten fehlten.
Diese Themen paßten offensichtlich nicht ins gewünschte Bild.

Die Reemtsma-Ausstellung ist nun geschlossen. Aber wie viele Schulklassen haben die einseitige Darstellung gesehen? Wieviele Besucher
glauben noch an die Karikatur der Wehrmachtsoldaten und der Wehrmachtjustiz? In freier Forschung und Diskussion kann man das Bild
vervollständigen. Zwar fehlt noch eine systematische Sammlung und Kommentierung von Wehrmacht-Urteilen sowie auch eine Herausgabe
der Akten der Wehrmacht-Untersuchungsstelle. Hier liegt wahrlich eine würdige Herausforderung an das Institut für Zeitgeschichte in München,
an das Militärgeschichtliche Forschungsamt in Potsdam, an das Bundesarchiv.



Hunderte von noch vorhandenen Feldurteilen belegen, daß die Wehrmachtgerichte Ausschreitungen deutscher Soldaten gegen die Zivilbevölkerung in
besetzten Gebieten ahndeten. Die Notwendigkeit, Ordnung und Disziplin in der Truppe aufrechtzuerhalten, verlangte, solche Ausschreitungen scharf zu
verurteilt, manchmal mit der Todesstrafe. Eine Auswertung der unvollständigen Akten der Heeres-, Marine- und Luftwaffenjustiz läßt schließen, daß die
Wehrmachtjustiz die Bestimmungen der Haager Landkriegsordnung von 1907 und der Genfer Kriegsgefangenenkonvention von 1929 strikt ausgelegt und
angewandt hat. Somit kann man feststellen, daß die rechtfeindliche politische Einstellung der Machthaber in Deutschland keinesfalls die Verfolgung von
deutschen Kriegsverbrechen unmöglich gemacht hat. Auf allen Kriegsschauplätzen, in Frankreich, Griechenland, Italien, Norwegen und in der Sowjetunion
sind Plünderung, Vergewaltigung und Morde an Zivilisten geahndet worden.


Im vierten Kapitel meines Buches "Die Wehrmacht-Untersuchungsstelle" habe ich einen Bruchteil der gesichteten Fälle beschrieben, die aber repräsentativ
für die Haltung der Wehrmachtgerichte gelten. Nur in der Sowjetunion wurden aufgrund des Erlasses "Über die Ausübung der Kriegsgerichtsbarkeit im Gebiet
Barbarossa" vom 13. Mai 1941 die Möglichkeiten der Wehrmachtjustiz teilweise eingeschränkt. Allerdings konnten die Kriegsgerichte einschreiten, und sie
schritten auch ein, wenn dies zur Aufrechterhaltung der Manneszucht oder die Sicherheit der Truppe erforderte.

Außerdem gab der Oberbefehlshaber des Heeres, Generalfeldsmarschall Walter von Brauchitsch, am 24. Mai 1941 einen Disziplinarerlaß heraus, in dem
schärfste Aufrechterhaltung der Manneszucht gefordert wurde. Die von H. beabsichtigte Ausschaltung des Verfolgungszwanges in der Sowjetunion
ist daher in der Praxis meistens durchlöchert worden.

Neben den Feldurteilen im Bundesarchiv-Militärarchiv in Freiburg i.Br. und im Bundesarchiv-Zentralnachweisstelle in Kornelimünster liefern die Nürnberger
Prozesse einschlägige Beweise, daß deutsche Morde an nicht-deutschen Zivilpersonen durch die Wehrmachtgerichte geahndet wurden. Otto Kranzbühler,
der Verteidiger von Großadmiral Dönitz, hat dem Gericht zahlreiche Feldurteile vorgelegt sowie eine Kurzfassung, die als Dokument Dönitz-49 im Band XL
der IMT-Dokumentenbände veröffentlicht wurde. Unter diesen Feldurteilen befinden sich viele, die zum Verständnis der Haltung der Wehrmachtsgerichte
gegenüber Verbrechen deutscher Soldaten beitragen. Als Beispiele seien die Fälle Köllner und Tempelmeier angeführt:

K. hatte am 16. Februar 1943 zwei-hundertfünfunddreißig russische Kriegsgefangene von Mariupol nach Militopol zu überführen. Auf dem Marsch erschoß K.
zunächst drei und später einen der Gefangenen, weil sie fleckfieberverdächtig waren. Bei einem Bahnübergang fielen Schüsse von einem Landeseigenen in
deutschen Diensten stehenden Posten. Mit dem Ruf "Partisanen" erschoß er diesen Posten und befahl die Erschießung weiterer elf hiesiger Hilfspolizisten.
K. wurde zum Tode verurteilt. "Milderungsgründe sind angesichts der grenzenlosen Roheit des Angeklagten, der schweren Gefährdung der Waffenehre und
des Ansehens der Wehrmacht und der Beunruhigung der Bevölkerung nicht zu finden." Das Urteil wurde bestätigt und vollstreckt.

T. hat auf der Fahrt von Mariupol nach Woroschilowsk von seinem Kraftwagen aus gesehen, daß sich russische Frauen an einem notgelandeten deutschen
Flugzeug zu schaffen machten. Um die Frauen zu vertreiben, gab er einen Schuß ab. Obwohl die Frauen sich zu Boden warfen und teilweise flüchteten,
schoß Tempelmeier zum zweiten und dritten Mal und traf eine Frau tödlich. Am 5. November 1942 wurde T. zum Tode und zum Verlust der Wehrwürdigkeit
und der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Bei Bestätigung wurde das Urteil in zehn Jahre Zuchthaus gemildert, da T. erst 18 Jahre alt war.

Hans Laternser, der Verteidiger des Generalstabes und des Oberkommandos der Wehrmacht, hat 3.186 eidesstattliche Erklärungen von Feldmarschällen,
Generälen und vielen wichtigen Zeugen dem Gericht vorgelegt, unter anderem über die Bestrafung deutscher Kriegsverbrechen durch Wehrmachtsgerichte.
Leider sind keine dieser 3.186 eidesstattlichen Erklärungen in den IMT-Dokumentenbänden veröffentlicht worden. Ich habe die Originale im Friedenspalast
in Den Haag eingesehen und photokopiert. Darunter befinden sich auch die Aussagen von Generaloberst Blaskowitz (Nr. 1680) über schärfste Maßnahmen
gegen Übergriffe der Soldaten, von Generaloberst Guderian, der die Weitergabe des Barbarossa-Erlasses verboten hatte (Nr. 1683), von einem Offizier
der Waffen-SS Günther Kaddatz (Nr. 1667), der erklärte, daß die Partisanenbekämpfung in Italien entsprechend des Völkerrechts geführt wurde und bei
allen Übergriffen der Soldaten strenge Bestrafung verhängt wurde.

Generaloberst Otto Deßloch, Gerichtsherr des I. und II. Flakkorps, später der Luftflotte 4, berichtete in einer eidesstattlichen Erklärung vom 18. Juni 1946
für das Nürnberger Tribunal über folgende Beispiele: "Im Frühjahr 1944 wurde eine Flakbatterie nach Budapest verlegt und war dort in freigemachte
Judenwohnungen gezogen. Es kam auf Veranlassung des Batterieführers, eines jungen Oberleutnants, zu mehreren unberechtigten Beschlagnahmen von
Pretiosen und Radioapparaten. Eine Jüdin, die Anzeige erstatten wollte, wurde getötet. Der Oberleutnant wurde wegen dieser Tat zum Tode verurteilt,
mehrere Unteroffiziere und Mannschaftsdienstgrade zu langjährigen Zuchthausstrafen." Deßloch bestätigte das Urteil, und der Oberleutnant wurde erschossen.
In den ersten Monaten des Jahres 1943 hatten zwei Soldaten der Luftwaffe, Angehörige der Luftnachrichtentruppe, abgesetzt in einer kleinen Ortschaft
nördlich Rostow am Don, einzelne jüdische Einwohner des Dorfes getötet. Beide Soldaten wurden wegen Mordes angeklagt und verurteilt.

Es wäre eine würdige Aufgabe der Wissenschaft, der These nachzugehen, ob die Wehrmachtgerichtsbarkeit besser als die amerikanische oder als die
französische funktionierte.

Ferner berichtete Generaloberst Deßloch in seiner eidesstattlichen Erklärung für den Nürnberger Prozeß: "An der strengen Handhabung der Kriegsgerichtsbarkeit
bei Ausschreitungen gegen die Zivilbevölkerung hat der sogenannte Barbarossa-Erlaß, wie man sonst wohl annehmen möchte, nichts geändert. Die höheren
Befehlshaber standen diesem Befehl durchweg ablehnend gegenüber und machten daher von der Möglichkeit, Straftaten gegen die Zivilbevölkerung ungestraft
zu lassen, keinen oder nur sehr zurückhaltenden Gebrauch. Ich habe als Gerichtsherr meines Flakkorps schon aus dem Gesichtspunkt der Aufrechterhaltung
der Manneszucht keinen Gebrach von dem Barbarossa-Erlaß gemacht."

Ähnlich berichtete Christian Freiherr von Hammerstein, Chefrichter der Luftwaffe, daß Ausschreitungen gegen die Zivilbevölkerung in besetzen Gebieten
stets strengen Strafen unterlagen und daß der Barbarossa-Erlaß in der Luftwaffe nicht zur Anwendung kam. Generaloberst Gotthard Heinrici berichtete
über kriegsgerichtliche Todesurteile, die auf seine Bestätigung vollstreckt wurden, unter anderem gegen drei Angehörige der 25. Panzer-Grenadier-Division
wegen Ermordung von fünf Frauen.

Major Wolf von Bülow berichtete in einer eidesstattlichen Erklärung vom 16. Juni 1946: "Bei der Absetzbewegungen im Süden der Ostfront im Frühjahr 1944
wurde durch einen Unteroffizier der Panzerarmee 3 eine russische Familie erschossen, deren Haus abgebrannt. Der Täter und seine Helfer, ein weiterer
Unteroffizier und ein Obergefreiter motivierten ihre Tat als Racheakt. Die Aburteilung dieser Tat wurde durch das Kriegsgericht der 3. Panzerdivision unter
dem Vorsitz von Kriegsgerichtsrat Dr. Gramm in Kischinew (Bessarabien) durchgeführt. Das Gericht stellte fest, daß sich die Angeklagten in gröbster Form
gegen das Völkerrecht und die erlassenen Befehle vergangen hätten. Dementsprechend lautete das Urteil bei sämtlichen Angeklagten auf Todesstrafe."


Einige Autoren haben die deutsche Kriegsgerichtsbarkeit in vereinfachender, oft in polemischer Weise behandelt, wobei durch die Auswahl einiger grotesker
Fälle ein verzerrtes Bild vermittelt wird. Manfred Messerschmidt und Fritz Wüllner führen als Beispiel für die Wehrmachtjustiz ein Verfahren gegen den
SS-Sturmmann Ernst und einen Polizeiwachtmeister der Panzerdivision Kempf an, die etwa fünfzig Juden in einer Synagoge zusammengetrieben und grundlos
zusammengeschossen hatten. Der Anklagevertreter forderte Todesstrafe wegen Mordes. Das Gericht verhängte gegen den SS-Mann drei Jahre Gefängnis,
gegen den Wachtmeister neun Jahre Zuchthaus. Dieser Fall wurde ebenfalls im Nürnberger Prozeß beim Kreuzverhör des SS-Richters Reinecke behandelt,
der feststellte, daß, obwohl der Antrag des Anklagevertreters auf Mord lautete und die Todesstrafe wegen Mordes zu verhängen beabsichtigte, der Richter
den rechtlichen Tatbestand des Totschlages zugrunde gelegt hat.

Ähnlich berichtet Ilse Staff über den Prozeß gegen den technischen Kriegsverwaltungsinspektor Weisheit, der Ende Juli 1942 in Balabanowska, Sowjetunion,
fünfundsiebzig Juden erschossen hat, weil er angeblich befürchtete, daß sie sich den Partisanen im Nachbardorf anschließen würden und somit die Ortschaft
gefährdeten. Das Gericht hat den Angeklagten nicht nach Artikel 211 Strafgesetzbuch (Mord), sondern nur nach Artikel 212 Strafgesetzbuch (Totschlag)
verurteilt. Obwohl diese Beispiele zeigen, daß in einigen Einzelfällen die Gerichte zu milde geurteilt haben, beweisen sie trotzdem, daß die Tatbestände als
verbrecherisch galten und die Täter wegen Mordes angeklagt worden waren. Mit anderen Worten, die Verjährung ruhte nicht, weil die Täter angeklagt wurden.



Es ist die Überzeugung dieses Autors, daß die von manchen Autoren und Politikern verbreitete Karikaturvorstellung der Wehrmachtsoldaten und der
Wehrmachtgerichtsbarkeit unhaltbar ist. Es ist unwissenschaftlich, weiterhin diese Feldurteile zu ignorieren. Eine wichtige Aufgabe für die Wissenschaft
wäre es, die deutsche Wehrmachtgerichtsbarkeit mit der amerikanischen, britischen, französischen, russischen zu vergleichen. Aufgrund meiner eigenen
Forschungen bin ich der Auffassung, daß trotz der politischen Erlässe und trotz der schwierigen Situation des totalen Krieges die Wehrmachtgerichtsbarkeit
viel für den Schutz der Zivilbevölkerung in besetzten Gebieten geleistet hat. Diese war sicherlich justizkonformer als die sowjetische.

Es wäre eine würdige Aufgabe der Wissenschaft, der These nachzugehen, ob die Wehrmachtgerichtsbarkeit besser als die amerikanische oder
als die französische funktionierte. Es sind keine Dissertationen oder Habilitationsschriften zu diesem Thema veröffentlicht worden. Hier liegt
eine Herausforderung für die Professoren. Ferner beweisen die Akten der Wehrmacht-Untersuchungsstelle, daß die Luftwaffe, Marine und
Armeen der alliierten Mächte gröbste Kriegsverbrechen begingen. Diese wurden von den alliierten Kriegsrichten meistens weder untersucht
noch verurteilt. Hier liegt auch eine würdige Herausforderung für Historiker und Juristen dieser Länder.



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Zum Autor:
Prof. Dr. iur et phil. Alfred M. de Zayas, Genf, ist amerikanischer Völkerrechtler und Historiker, ehemaliger Sekretär des UN-Menschenrechtsausschusses
sowie Autor der Bücher "Die Nemesis von Potsdam" (Herbig Verlag 2005) und "Die Wehrmacht-Untersuchungsstelle" (7. erweiterte Ausgabe,
Universitas Verlag 2001). Der hier veröffentlichte Text ist eine gekürzte Fassung seines Beitrages in der Gedenkschrift für Wolfgang Venohr
"Ein Leben für Deutschland", Edition JF, Berlin 2005

Der direkte Link - für "schmale" Monitore / zum Ausdrucken - findet sich hier => http://www.jf-archiv.de/archiv05/200536090260.htm



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Diesen Beitrag habe ich für all die-jenigen gepostet, die sich für mehr Hintergründe zum (Thread-)Thema interessieren - zumindest als offiziell bekannt.
Nicht vergessen zu erwähnen möchte ich die beiden Forenmitglieder kc2k und PrinzEisenherz, welche sicher schon ganz gespannt auf mein nächstes
"politisches / historisches" Statement in diesem Forum gewartet haben und diesen Beitrag auch, "hoffe ich", in ihr Privat-Archiv aufnehmen werden :wink:


Abschließender Hinweis:
(Die jeweiligen Hervorhebungen / Tabs wurden von mir vorgenommen, da ich diese für nicht unwichtig und auf einem 19" Monitor für lesbarer halte.)
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Beitrag von No Mercy »

Öhm .. das war mir zuviel Lesestoff ... ich werde mir das die Tage mal durchlesen.

Kleiner Tipp am Rande: Evtl. nur ----> 1 <---- Megatext schreiben und die Antworten abwarten ... ansonsten antwortet keiner, weil die "Leser" mittendrin schon eingeschlafen sind (zuviel ist zuviel).
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Beitrag von WolfVox (GER) »

No Mercy hat u.a geschrieben:

Kleiner Tipp am Rande: Evtl. nur ----> 1 <---- Megatext schreiben und die Antworten abwarten ... ansonsten antwortet keiner, weil die "Leser" mittendrin schon eingeschlafen sind (zuviel ist zuviel).
Da ich es aus eigener Erfahrung weiß, wie schwer und ermüdend viel Text
( vor allem wie hier auf dunklem Hintergrund ) auf Dauer zu lesen ist...

...ein Tipp dazu:
Einfach den / die Text(e) in ein Word-Dokument kopieren, dort die Schriftgröße, die Absätze
u.a. anpassen, anschließend die Seiten ausdrucken - und lesen wann und wo es einem gefällt 8)



Einen Drucker und ein "paar" leere Seiten Papier, dürfte wohl jeder zu Hause haben, oder :roll:
Manch unbeschriebene (Rück-)Seite eines Blattes eignet sich auch ganz hervorragend dafür.
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Beitrag von No Mercy »

Mal wieder was gefunden:

http://focus.msn.de/hps/fol/newsausgabe ... m?id=23159

Wäre Adolf H. während des Zweiten Weltkriegs in die Hände der Briten gefallen, hätte Churchill kurzen Prozess mit dem Diktator gemacht.
H. hätte nach dem Willen des damaligen Premierministers Winston Churchill standrechtlich hingerichtet werden sollen. Ein langes Gerichtsverfahren wäre nur eine Farce, war sich Churchill mit seinem Innenminister Herbert Morrison einig. Dies geht aus Medienberichten hervor, die sich auf bislang geheime Regierungsdokumente beziehen. Jene brisanten Schriften wurden am Neujahrstag erstmals für die Öffentlichkeit freigegeben.

Mit Nazis verhandeln und später „fertig machen“

„Dieser Mann ist der Ursprung allen Übels", sagte Churchill einmal über H. laut Aufzeichnungen seines Kabinettssekretärs Norman Brook vom Dezember 1942. Demnach schlug der Premierminister der Kriegsjahre bei einer Kabinettssitzung ferner vor, dass Großbritannien ruhig mit ranghohen deutschen Nationalsozialisten verhandeln könne, wenn diese das wollten – wie seinerzeit etwa der Reichsführer der SS, Heinrich Himmler. Ziel solcher Verhandlungen könne es allerdings nur sein, diese Nazis später „fertig zu machen“.

Churchill: Himmler verdient Erschießung

Aus den Dokumenten geht ferner hervor, dass der Staatssekretär für Kriegsangelegenheiten, Peter Grigg, bei besagter Kabinettssitzung erklärt haben soll, dass die Verbrechen in Konzentrationslagern wie in Buchenwald streng genommen keine Kriegsverbrechen seien. Daraufhin soll Churchill Grigg zurecht gewiesen haben, er solle keinen Streit vom Zaun brechen. Allein im Namen einiger Insassen von Buchenwald verdiene Himmler es bereits, standrechtlich erschossen zu werden.

Neues über Verhältnis zu Gandhi

Die Dokumente werfen auch ein neues Licht auf die Einstellung Churchills zum indischen Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi. Dieser war nach seiner Inhaftierung im August 1942 in den Hungerstreik getreten. Die britische Regierung beschloss schließlich, ihm aus humanitären Gründen die Freiheit zu schenken. Churchill soll jedoch argumentiert haben, er persönlich würde Gandhi im Gefängnis behalten und ihn sterben lassen, sollte er weiterhin die Nahrung verweigern. Gandhi wurde 1944 endgültig entlassen.

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Zwei Sachen fand ich richtig interessant:
... Aufzeichnungen seines Kabinettssekretärs Norman Brook vom Dezember 1942. ...

... Aus den Dokumenten geht ferner hervor, dass der Staatssekretär für Kriegsangelegenheiten, Peter Grigg, bei besagter Kabinettssitzung erklärt haben soll, dass die Verbrechen in Konzentrationslagern wie in Buchenwald streng genommen keine Kriegsverbrechen seien. Daraufhin soll Churchill Grigg zurecht gewiesen haben, er solle keinen Streit vom Zaun brechen. Allein im Namen einiger Insassen von Buchenwald verdiene Himmler es bereits, standrechtlich erschossen zu werden.
Auf den ersten Blick liest sich das ganz normal. Wenn man aber weitere Hintergründe kennt ist es ein weiterer Beweis für das Nicht-Interesse der Alliierten an den KZ-Insassen bzw. das Interesse Opfer zu verhindern. Auch wenn ich mich wiederhole (habe das schon einmal hier im Thread gepostet) ist es auch von Alliierter Seite her fakt, daß ab 1942 die KZ´s bekannt waren. Um weitere Transporte in diese Lager zu verhinden wurde nicht eine einzige Bombe auf Eisenbahnschienen o. ä. geworfen. Der Kommentar eines Befehlshabers war: Das beste ist für die Juden, wenn wir den Krieg gewinnen (die Bomben wurden für wichtigere Ziele benötigt).
Churchill soll jedoch argumentiert haben, er persönlich würde Gandhi im Gefängnis behalten und ihn sterben lassen, sollte er weiterhin die Nahrung verweigern.
Hätte das ein deutscher Politiker damals gesagt (und man hätte es heutzutage gefunden) wäre das eine Blatt 1-Story gewesen. So hat der "gute" Churchill wohl nur einen schlechten Tag gehabt.
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Beitrag von WolfVox (GER) »

CHURCHILLS GEHEIMNISSE

Ein elektrischer Stuhl für H.


H. wollte er standrechtlich hinrichten lassen, Stalin beeindruckte ihn, Charles de Gaulle war ihm zu überheblich, und Gandhi hätte
er gern verhungern lassen: Nach 60 Jahren geben bislang geheime britische Regierungsdokumente Neues über Winston Churchill preis.



London - Wäre Adolf H. während des Zweiten Weltkriegs in die Hände der Briten gefallen, hätte er nach dem Willen des damaligen
Premierministers Churchill standrechtlich hingerichtet werden sollen. Churchill war nach Berichten britischer Historiker fest entschlossen,
H. auf einem elektrischen Stuhl aus den USA hinrichten zu lassen. Zudem sollten nach Überzeugung des britischen
Premierministers hohe Nazis ohne Gerichtsverfahren erschossen werden.

Ein langes Gerichtsverfahren wäre nur eine Farce, war sich Churchill mit seinem Innenminister Herbert Morrison einig.
Dies geht aus den Regierungsdokumenten hervor, die heute erstmals für die Öffentlichkeit freigegeben wurden.


"Dieser Mann ist der Ursprung allen Übels", sagte Churchill einmal über H. laut Aufzeichnungen seines Kabinettssekretärs Norman Brook
vom Dezember 1942. Demnach schlug der Premierminister der Kriegsjahre bei einer Kabinettssitzung ferner vor, dass Großbritannien ruhig
mit ranghohen deutschen Nationalsozialisten verhandeln könne, wenn diese das wollten - wie seinerzeit etwa der Reichsführer der SS,
Heinrich Himmler. Ziel solcher Verhandlungen könne es allerdings nur sein, diese Nazis später "fertig zu machen".

Aus den Dokumenten geht auch hervor, dass der Staatssekretär für Kriegsangelegenheiten, Peter Grigg, bei besagter Kabinettssitzung
erklärt haben soll, dass die Verbrechen in Konzentrationslagern wie in Buchenwald streng genommen keine Kriegsverbrechen seien.
Daraufhin soll Churchill Grigg zurecht gewiesen haben, er solle keinen Streit vom Zaun brechen.
Allein im Namen einiger Insassen von Buchenwald verdiene Himmler es bereits, standrechtlich erschossen zu werden.
(Pers. Anm.: Stalins Sohn war wohl als Häftling auch in Buchenwald ?! Erschossen wurde Jakow Dshugaschwilli am 14. April 1943 in Sachsenhausen,
nachdem sich sein Vater geweigert hatte, ihn gegen Feldmarschall Paulus(=Stalingrad) auszutauschen. Paulus überlebte das Kriegsende in der Ex-DDR.
)


Bild
Ex-Premier Churchill (1954): Stalins große Weitsicht


Auch über Churchills Einschätzung seiner Mit-Alliierten finden sich in den Dokumenten neue Einzelheiten: Der Premier hat in Kriegszeiten den Sowjetherrscher
Josef Stalin als "scharfsichtig" eingeschätzt, während ihm der französische General und spätere Staatschef Charles de Gaulle zu selbstbewusst vorkam.

Nach einem Treffen mit Stalin in Moskau, sprach Churchill im britischen Kabinett im August 1942 von einem "großen Mann", der mit "großer Weitsicht" seine
Entscheidungen treffe. Nach dem Krieg freilich änderte Churchill seine Meinung bekanntlich. "Wir haben das falsche Schwein geschlachtet", lautet eines
der bekanntesten Churchill-Zitate in Bezug auf H. und Stalin.

Dagegen schätzte er General de Gaulle, der nach der Eroberung Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht in Großbritannien Zuflucht gesucht hatte,
als eigenwillig ein. Churchill empfahl, de Gaulle notfalls mit Gewalt daran zu hindern, an Bord eines französischen Kriegsschiffes auszulaufen.
Der britische Premier wollte verhindern, dass de Gaulle die Beziehungen zu den USA belastete.

Noch 1945 vertrat Churchill die Ansicht, es gebe "keine Aussichten auf vertrauensvolle Beziehungen zu Frankreich", solange "wir de Gaulle nicht los sind".
Der französische Präsident legte später sein Veto gegen die Aufnahme Großbritanniens in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft ein.



"Gandhi soll tun, was er will"

Die Dokumente werfen auch neues Licht auf die Einstellung Churchills zum indischen Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi.
Dieser war nach seiner Inhaftierung im August 1942 in den Hungerstreik getreten. Die britische Regierung beschloss schließlich, ihm aus humanitären Gründen
die Freiheit zu schenken. Churchill soll jedoch argumentiert haben, er persönlich würde Gandhi sterben lassen, sollte er weiterhin die Nahrung verweigern.

Gandhi solle in Haft bleiben und "tun, was er will", sagte Churchill nach den Archivaufzeichnungen bei einer Sitzung des britischen Kabinetts im Januar 1943.
Churchill sagte, mit Gandhi solle nicht anders verfahren werden als mit jedem anderen Häftling. Dagegen vertrat der damalige britische Botschafter in den USA,
Edward Halifax, der zuvor Außenminister und Vize-König von Indien gewesen war, die Ansicht, nichts wäre schlimmer als der Tod des Unabhängigkeitskämpfers
durch einen Hungerstreik.

Mehrere Minister erklärten, wenn Gandhi durch den Hungertod zum Märtyrer würde, werde das einen Massenaufstand der Inder zur Folge haben.
Schließlich einigte sich das Kabinett in London darauf, Gandhi freizulassen, falls der Tod durch den Hungerstreik unausweichlich scheine,
dies in der Öffentlichkeit jedoch als Erfolg der britischen Politik darzustellen
. Gandhi wurde 1944 endgültig entlassen.



Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,393053,00.html
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Beitrag von No Mercy »

... Gandhi solle in Haft bleiben und "tun, was er will", sagte Churchill nach den Archivaufzeichnungen bei einer Sitzung des britischen Kabinetts im Januar 1943.
Churchill sagte, mit Gandhi solle nicht anders verfahren werden als mit jedem anderen Häftling. Dagegen vertrat der damalige britische Botschafter in den USA,
Edward Halifax, der zuvor Außenminister und Vize-König von Indien gewesen war, die Ansicht, nichts wäre schlimmer als der Tod des Unabhängigkeitskämpfers
durch einen Hungerstreik. ...
Also nichts mit humanitären Gründen. Einzig die politischen Folgen und militärischen Gedankenzüge sicherten Gandhi das überleben.
Mein Motto: Show no mercy

Wissenschaft appelliert an die Intelligenz, Religion an die Dummheit.
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Beitrag von WolfVox (GER) »

Also nichts mit humanitären Gründen. Einzig die politischen Folgen und militärischen Gedankenzüge sicherten Gandhi das überleben.
.... und brachten Indien 1947 die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Britanniens.
[...]Im Ersten Weltkrieg verhielt sich die große Mehrheit der Bevölkerung loyal. Aus Verärgerung darüber, dass die Briten an der Aufteilung
des Osmanischen Reiches beteiligt waren, schlossen sich nun auch viele Muslime der Unabhängigkeitsbewegung an. Der gewaltfreie
Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft, vor allem unter Mahatma Gandhi und Jawaharlal Nehru, führte 1947 zur Unabhängigkeit.

Gleichzeitig verfügte die Kolonialmacht die Teilung der fast den gesamten indischen Subkontinent umfassenden Kolonie Britisch-Indien in zwei
Staaten, die säkulare Indische Union sowie die kleinere Islamische Republik Pakistan. Die Briten erfüllten damit die seit den 1930er Jahren lauter
werdenden Forderungen der Muslim League und ihres Führers Ali Jinnah nach einem eigenen Nationalstaat mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit.

Die Teilung führte zur größten Vertreibungs- und Fluchtbewegung der Geschichte. Ungefähr 10 Millionen Hindus und Sikhs wurden
aus Pakistan vertrieben, etwa 7 Millionen Muslime aus Indien. 750.000 bis eine Million Menschen kamen ums Leben
. Die Vertreibung
nahezu aller Hindus und Sikhs aus dem Gebiet des damaligen West- und Ostpakistan (heute Pakistan und Bangladesch) und der Vertreibung vieler
Muslime aus Indien gilt als Beispiel für eine sogenannte ethnische Säuberung ohne unmittelbare Verursachung durch einen Krieg.[...]
Quelle hier (Indien bei Wikipedia) => http://de.wikipedia.org/wiki/Indien

Das Britische Empire bzw. deren Kolonialpolitik, hat jedoch mit dem Titel dieses Beitrags nicht viel zu tun :wink:


Erwähnenswert wäre dazu dann schon eher, dass es sogar eine indische Legion bei der Wehrmacht gab:
Die indische Legion - Ein Stück deutsche Geschichte - http://www.urmila.de/UDG/Biblio/legion.html
Die Inder(=Gurkhas) die bei Monte Cassino kämpften, waren jedoch alle Angehörige der britischen Kolonialtruppen.

Beim Lesen einer Filmkritik über den Film "Saving Private Ryan", habe ich auch ein paar Informationen über die
"nicht-Deutsche" in der Wehrmacht / SS gefunden: http://www.cjb.cc/members/geschichte/film/d-leser02.htm
Teilweise hochinteressant Informationen, die sicher nicht jedem und in dem Umfang bekannt sind, vermute ich mal.
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